Freibetrag erklärt

Steuerglossar

In diesem Glossar-Eintrag erklären wir, was ein Freibetrag ist, wie er sich von der Freigrenze unterscheidet und welche es gibt.

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Freibetrag

Das Wichtigste in Kürze

Der Freibetrag ist ein wichtiges Instrument in der Steuerpolitik. Er kann dazu beitragen, die Steuerbelastung fairer zu gestalten, Anreize für bestimmte Verhaltensweisen zu setzen oder sicherzustellen, dass Steuerzahler mit geringem Einkommen oder besonderen Umständen nicht übermäßig belastet sind.


Was ist ein Freibetrag?

Ein Freibetrag stellt sicher, dass bis zu einem bestimmten Einkommens- oder Vermögensbetrag keine Steuern erhoben werden. Es handelt sich also um einen Betrag, der von der steuerpflichtigen Grundlage abgezogen wird, bevor der Steuersatz angewandt wird. Freibeträge sind oft darauf ausgerichtet, eine gewisse finanzielle Erleichterung für bestimmte Gruppen von Steuerzahlern zu bieten oder bestimmte Lebensumstände zu berücksichtigen. Sie sind in der Regel fix, das heißt, sie ändern sich nicht proportional mit dem steuerpflichtigen Einkommen oder Vermögen.

Freibeträge unterscheiden sich von Freigrenzen. Während beim Freibetrag nur der übersteigende Betrag der Besteuerung unterliegt wird, führt bei der Freigrenze eine Überschreitung dazu, dass das gesamte Einkommen oder Vermögen zu versteuern ist. Also auch der Teil der ursprünglich freigestellt war.

Es gibt einige Beispiele für Freibeträge:

  1. Grundfreibetrag: In vielen Steuersystemen existiert ein Grundfreibetrag, der sicherstellt, dass niedrige Einkommen ganz oder teilweise von der Einkommensteuer befreit sind. So sind Menschen mit geringerem Einkommen entlastet. Deswegen dient der Grundfreibetrag der sozialen Gerechtigkeit In Deutschland gibt es einen solchen Grundfreibetrag im Einkommensteuergesetz (§ 32a EStG).
  2. Sparer-Pauschbetrag: Dieser Freibetrag ermöglicht es, Kapitaleinkünfte bis zu einer bestimmten Höhe steuerfrei zu erhalten. In Deutschland zum Beispiel können ledige Personen Kapitaleinkünfte von bis zu 1 000 Euro pro Jahr steuerfrei einbehalten (§ 20 Absatz 9 EStG). Für Verheiratete beträgt der Betrag das Doppelte.
  3. Kinderfreibetrag: In vielen Ländern gibt es Freibeträge, die Eltern für ihre Kinder erhalten. Diese Freibeträge erkennen die zusätzlichen Kosten an, die mit der Erziehung von Kindern verbunden sind.
  4. Freibetrag für Alleinerziehende: Einige Steuersysteme bieten auch spezielle Freibeträge für Alleinerziehende an. Diese sollten um die zusätzlichen finanziellen Herausforderungen berücksichtigen, denen Alleinerziehende gegenüberstehen.
  5. Freibeträge bei der Erbschafts- und Schenkungsteuer: Bei der Übertragung von Vermögen durch Erbschaft oder Schenkung können Freibeträge gelten, die abhängig von der Beziehung zwischen Geber und Empfänger variieren. Beispielsweise können Kinder einen höheren Freibetrag haben als entfernte Verwandte oder nicht verwandte Personen.
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